Partnerstadt Bolbec

Bolbec früher:

BOL dürfte der Name eines früheren Herrschers skandinavischen Ursprungs oder ein keltisches Wort sein. Eine andere Deutung besagt, dass „Bos“ oder „Bosc“ die Grundlage sein könnte. Dies würde „Bois“ (Wald) bedeuten. BEC bedeutet für die Normannen germanischer Herkunft „Bach“oder „Wasserlauf“.

Der Wasserlauf durch Bolbec hat zu allen Zeiten eine bedeutende Rolle gespielt. Im 11. Jahrhundert trieb das Wasser zahlreiche Kornmühlen an. Im 13. Jahrhundert waren es hauptsächlich Walkmühlen und Pressen, mit denen Öl aus Leinsamen gewonnen wurde. Später bildeten die Wasserräder den Ursprung der Gewerbebetriebe, insbesondere der Textilindustrie. Die erste Weberei wurde 1729 gegründet. Das erste Wolltuch trug den Namen „Froc“, später folgten „Siamoise“ und das wunderbare „Indienne“. Diese Epoche ging dann unaufhaltsam ihrem Ende entgegen.

Das Stadtbild wurde immer wieder durch Feuersbrünste verändert: 1419, 1583 (810 Häuser und der Kirchturm zerstört), am 25. Juni 1676 brannte ein ganzer Stadtteil nieder (1000), am 30. Oktober 1696 wurden fast alle Häuser zerstört.  Am 14. Juli 1765 wurde die Stadt an einem Sonntag von einem Schlachter, der die Sonntagsruhe nicht beachtete, in Brand gesteckt; wegen der Steuer war er es gewohnt, sein Schwein heimlich zu schlachten und es zu brennen. Das war der größte Brand, der 2.000 Familien obdachlos machte.

Bolbec heute:

Im Herzen des „Pays de Caux“ zählt die Kreisstadt Bolbec heute rund 13.000 Einwohner. Zusammen mit rund 15 Landgemeinden bildet Bolbec den „Canton“ (Kreis), der rund 25.000 Einwohner hat. Folgende Ortschaften gehören zum Canton Bolbec: Bernières, Beuzeville la Grenier, Beuzevillette, Bolbec, Bolleville, Gruchet le Valasse, Lanquetot, Lintot, Mirville, Nointot, Parc d’Anxtot, Raffetot, Rouville, St. Jean de la Neuville, St. Eustache de la Neuville, St. Eustache la Forêt, Trouville Alliquerville.

Den Ort Trouville Alliquerville verbindet seit 25 Jahren eine sehr aktive Partnerschaft mit der Ortschaft Bad Essen-Hüsede. Unser Comité unterstützt diese Partnerschaft auch finanziell. Der Canton gehört zum „Département“ (Regierungsbezirk) Seine – Maritime mit der Nummer 76, die auf den Zulassungsschildern der Autos zu sehen ist. Der Nachbarbezirk Eure und Seine – Maritime bilden die Haute (obere) Normandie, eine der Regionen Frankreichs.

Mit mehr als 3600 Kindern im schulpflichtigen Alter ist Bolbec eine sehr junge Stadt. Der malerische Markt an jedem Montag zieht Besucher aus weitem Umkreis an. Der Park „Val-aux-Grès“, ganz in Grün gebettet, in den letzten Jahren neu gestaltet, dient der Kultur, dem Sport und der Freizeit. Die Innenstadt, Mittelpunkt des Lebens um die Fußgängerzone herum, hat mit ihren zahlreichen Gassen einen Charme bewahrt, der in der Umgebung selten geworden ist.

Die bekanntesten regelmäßigen Sportereignisse sind der Semi-Marathon (fast 1000 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern u.a. auch aus dem hiesigen Wittlager Land) und der Geländelauf (Cross), der auf nationaler Ebene an der Spitze steht. 1600 Bolbècais betreiben die verschiedensten Sportarten, wie Fußball, Radsport, Handball, Tennis, Leichathletik, Biken, Federball, Schwimmen, Judo, Tischtennis und Korbball. Vor einigen Jahren wurde in Bolbec ein modernes Sportzentrum erbaut, in dem auch die Vereine aus dem Wittlager Land schon ihre Vergleichskämpfe ausgetragen haben. Das Hallenbad in Bolbec hat einen interessanten geschichtlichen Hintergrund. Im Kriege war Freiherr Gisbert von Ledebur, Gut Arenshorst, Stadtkommandant von Bolbec.

Er hat mit seinen Soldaten das Freibad gebaut, das dann später zu einem Hallenbad umgebaut wurde. In schulischer Hinsicht ist die Stadt umfassend versorgt mit 7 Vorschulen, 6 Grundschulen, 1 Mittelschule, 1 Berufsoberschule, 1 allgemeinen Oberschule.

Der Reichtum an Blumenschmuck ist überraschend, und Jahr für Jahr werden neue Grünflächen angelegt. Am Hotel de Ville der Parc public! Im Jahre 1991 erhielt die Stadt Bolbec den Ehrenpreis für Blumenschmuck des Départements Seine – Maritime in der Klasse der Städte von 5.000 bis 30.000 Einwohnern. Mehr als 300 Industrielle, Handwerker und Kaufleute haben sich in der Stadt niedergelassen. Mittelständische Betriebe, Handwerker und Kaufleute stellen die Mehrheit der gewerblichen Aktivitäten und bilden das Rückgrat der wirtschaftlichen Dynamik der Stadt. Eine Bücherei mit mehr als 10.000 Bücher steht den Einwohnern zur Verfügung. Die städtische Kulturabteilung bietet ein reichhaltiges Programm. Die städtische Musikschule unterrichtet 120 Schüler in 9 Fächern. Der ganz besonders aktive Fotoclub ist national für seine jährliche Ausstellung bekannt.

Eine der entscheidenden Faktoren in der Auswahl eines Standortes ist eine günstige Verkehrslage. In dieser Hinsicht hat Bolbec im Herzen des „Tals des Handels“ spezielle Vorteile zu bieten. Über die Brücke von Tancarville (damals neuntgrößte Brücke der Welt), 10 km von Bolbec entfernt, ist Paris nur 150 km entfernt und die Untere Normandie kann über die Autobahn 15 erreicht werden. Zwischenzeitlich ist die neue Autobahn A 29 von Le Havre nach Amiens fertiggestellt. Durch einen direkten Autobahnanschluss wird die Verbindung nach England (durch den Kanaltunnel) und nach Nordeuropa hergestellt. Die Normandie-Brücke über die Seine-Mündung zwischen Le Havre und Honfleur öffnet den Weg nach Süden bis zur iberischen Halbinsel. Ein Flugplatz (20 km entfernt) und der Seehafen in Le Havre als Tor zur Welt sind bequem zu erreichen. Luft, See, Straße oder Bahn: alle Verkehrsmittel liegen vor der Haustür. Rouen, geschichtlich und künstlerisch ein Ziel für Besucher, ist etwa 60 km von Bolbec entfernt.